In Geschichtsbüchern – und im Ton verewigt
HANS-DIETRICH GENSCHER gehört mit zu den letzten, unvergessenen großen Staatsmännern Deutschlands, die Geschichte geschrieben haben.
Achtzehn Jahre lang, von 1974 bis 1992, war Hans-Dietrich Genscher Außenminister und Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland.
Fernwehpark Initiator Klaus Beer: „Hans-Dietrich Genscher hat mit seinem ganz persönlichen Einsatz zur Ausreisebewillung der DDR-Flüchtlinger in der Deutschen Botschaft in Prag
1989 sozusagen das erste Loch in die Mauer geschlagen. Dafür kann ihm nicht oft genug gedankt werden. Das multikulturelle und völkerverbindende Friedensprojekt tut dies mit einem
"Star-Schild" und seinen Handabdrücken zu seiner Aufnahme in die „Signs of Fame“ und der Verleihung eines
STAR-STERNS, der höchsten Auszeichnung, die der Fernwehpark zu vergeben hat.“
Sonntag, 26. Juli 2009. Ein wunderschöner Sonnentag in Hof. Gerade richtig, um über den Roten Teppich zu schreiten und im Beisein vieler Medienvertreter und der Hofer Bevölkerung als 6. Star-Würdenträger gefeiert zu werden.
Nach der Signierung seines Schildergrußes weht ein erster Hauch von Hollywood durch den Fernwehpark. Die Handabdrücke sind an der Reihe.
Wie bei jeder Star-Handprint-Aktion erklärt Fernwehpark Initiator Klaus Beer was zu tun ist, um möglichst plastische Handabdrücke zu erhalten: „Zuerst beide Hände mit gespreizten Fingern knapp über der Tonoberfläche anvisieren, um ein Gefühl für den Abstand zu erhalten, denn die Unterschrift soll letztendlich auch noch darauf Platz finden.“
„Und dann am besten mit der linken Hand einfach hinein in den Ton.“ Klaus Beer führt das optisch schon mal vor. Denn wenn man das nicht schon mal in Hollywood praktiziert hat, ist das ohne genaue Anweisung gar nicht so einfach...“
„Und Genschman goes to Hollywood“
Die Medienvertreter sind begeistert. Solche Bilder haben sie noch nicht von einem großen Staatsmann gesehen. „Genschman goes to Hollywood“. Was den Anschein eines scheinbaren Spektakels für die Yellow Press hat, beinhaltet jedoch einen sehr ernsten, tiefen Hintergrund, den Klaus Beer gleich noch erläutern wird.
„Und dann mit der Rechten jeden einzelnen Finger der linken Hand langsam, aber kräftig eindrücken.“
Das Eindrücken der Finger in den feuchten Ton ist, obwohl dieser frisch zubereitet wurde, oft nicht ganz einfach. Und so bittet Hans-Dietrich Genscher Klaus Beer, doch ein
wenige mitzuhelfen.
Alle trauen ihren Augen nicht. Klaus Beer drückt die Finger des großen Staatsmannes in die graue Masse. Da staunt selbst die anwesende lokale Politprominenz.
Und Fernsehen und Presse stürzen sich auf die Bilder.
Es ist nicht das erste Mal, daß ein Star Klaus gebeten hat mitzuhelfen, die Finger so tief wie möglich in den Ton zu bekommen.
„Bei Udo Jürgens zum Beispiel hatte ich schon Bedenken. Wäre da etwas passiert, vor seinem Konzert, er mußte ja noch Klavier spielen, nicht auszudenken“, sagt Klaus Beer.
„Aber bei so einem großen Staatsmann mit eindrücken zu dürfen, das ist schon was. Vorallem ein Zeichen für seine Größe. Er, der mit den Mächtigen der Welt zusammen war, kann sich so eine Geste erlauben, die sein Weltbild und Charisma in keiner Weise ankratzen kann. Im Gegenteil. Man blickt noch begeisterter zu ihm empor. Nur die, die noch nicht so weit sind, würden nie erlauben, das jemand anders ihre Finger berührt.“
Dann das Ganze umgekehrt mit der anderen Hand. Wie sagte Genscher dabei scherzhaft? „Ich kann ihre Frau immer besser verstehen...“ (Aufklärung: Klaus Beer sagte vorher über Mikrofon, das es für den Ehepartner nicht immer einfach ist, mit so einem `Verrückten`zusammen zu leben...)
Und auch hier darf Klaus mithelfen, daß sich die Hand recht tief in den Ton senkt, den der Hofer Töpferladen speziell für die Star-Handabdrücke entwickelt hat. Nach Geheimrezept versteht sich, das Frau Rosa Maria Wolfrum, die vorher deswegen auf dem Roten Teppich Minister Genscher vorgestellt wurde, entwickelt hat.
Die Hofer Lokal-Politprominenz, der CSU-Bundestagsabgeordnete Dr. Hans-Peter Friedrich und der CSU-Landtagsabgeordneter Alexander König sowie der Hofer Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner (im Bild links) verfolgen gespannt das Prozedere in der Tonform.
„Geschafft“ Beide Hände des großen Politkers sind im Ton verewigt.
Dann folgt die wichtigste Pose des Fotoshootings. Das Friedenszeichen. Denn im Gegensatz zu den Handabdrücken vor dem Mann`s Chinese Theatre in Hollywood beinhalten diese eine tiefgründige Botschaft. Klaus Beer: „Die Prominenten werden mit den Handprints nicht nur geehrt für ihre Erfolge in den Genres, Musik, Film, TV, Bühne, Sport oder wie hier in der Politik, sondern heben damit vorallem symbolisch die Hand für den Frieden in der Welt“.
Und das hat der frühere Aussenminister des öfteren, ja fast immer getan. Denn wenn er in der Welt unterwegs war, waren die Anlässe nicht immer eitel Sonnenschein. Eher und vorallem das Gegenteil. Sonst hätte er nicht fahren müssen. Hans-Dietrich Genscher war als Diplomat und Schlichter unterwegs – und verhinderte in seinem politischen Amt mit seinen geschickten Friedensverhandlungen so manche Eskalation verhärteter Herzen.
Die Handabdrücke sind geschafft. Die wohl in der Zeremonie zu seiner Aufnahme in die "Signs of Fame“ anstrengenste Aktion ist gelungen. Entspannt kann der große alte Mann der Politik nun lachen.
Kurzes Zwischengespräch mit dem Initiator. Ob Klaus Beer mit dem Ergebnis zufrieden ist? „Sie haben das wunderbar gemacht“, entgegnet dieser dem Minister.
Und noch etwas verlangt Klaus Beer seinem hohen Gast ab. Er bittet ihn, die Handabdrücke letztendlich noch zu signieren. Ob der Minister dabei insgeheim an Beers „arme Gattin“ denkt?
Behutsam kratzt Hans-Dietrich Genscher seinen Namenszug in die graue Masse.
Jetzt wollen die Medienvertreter mit ihren Kameras und die umstehenden Zuschauer natürlich auch sehen, wie die Handabdrücke des großen Staatsmannes ausgefallen sind.
Besonders schön meiselt das Sonnenlicht durch die Licht-Schattenwirkung die Konturen heraus.
Nach ein paar Tagen des Lufttrocknens werden die Handprints vom Hofer Töpferladen steinhart gebrannt. Zu sehen sein sollen sie einmal im „Fernweh Star-Museum“, das gegenüber des Hofer Fernwehparks geplant ist. Eingerahmt unter Glas und mit entsprechender Beleuchtung, sollen die Abdrücke dann gut zur Geltung kommen.
Für dieses geplante Projekt, daß in Verbindung mit dem Fernwehpark weitere Besucher nach Oberfranken und Hof bringen soll, sucht Klaus Beer noch immer Investoren. Doch vielleicht wird Unmögliches wahr, so daß in bälde schon Touristenbusse Besucher en masse zum Fernwehpark chauffieren und der Stadt die bitter nötige Kaufkraft bringen.
Wie schön wäre es, wenn Klaus Beer im nächsten Jahr, wenn Hans-Dietrich Genscher mit seiner Gattin wieder in Bischofsgrün Urlaub machen, die Beiden in das Fernweh Star-Museum Cafe“ einladen könnte – um vor der Wand, an der neben vielen anderen Star-Handabdrücken auch die von Hans-Dietrich Genscher glänzen, Kaffe und Kuchen zu genießen, oder einen guten Wein – mit Blick aus den großen Panoramafenstern zu der Schilder-Panoramakulisse des gegenüberliegenden Fernwehparks versteht sich...
...um sich vielleicht auch etwas wegzuträumen in ein Land, in dem Hans-Dietrich Genscher auf seinen vielen Auslandsreisen noch nicht war. Um welches es sich hierbei handelt, verrät unsere „Fernweh-Frage“.