Hofer Fernweh-Park Hofer Fernweh-Park

 

Ein Leben - in Schildern

Es war bei einem Filmvortrag in Regensburg. Klaus Beer präsentierte seinen 16-mm Film "Alaska-Yukon-Kanada" und kam in der Pause mit einem Herrn ins Gespräch, der von dem im Film zu sehenden kanadischen Sign Post Forest und seinem Äquivalent in Deutschland, dem Hofer Fernweh-Park so begeistert war, dass er noch an diesem Abend versprach, viele Schilder für das noch jungfräuliche Projekt beizusteuern. Dieser Mann war Wilhelm Hemme.

Wenige Tage später erfolgte ein Anruf: "Herr Beer, ich bringe Ihnen alle Ortseingangstafeln von Städten, zu denen ich in meinem Leben eine besondere Beziehung aufgebaut, das heißt, einen Teil meines Lebens verbracht habe."

Und Wilhelm Hemme hielt Wort. Er begann mit 77 Jahren zu sammeln, schrieb unermüdlich Bürgermeister an, telefonierte, mailte durch ganz Deutschland und dem Ausland, kämpfte sich durch die Bürokratie so mancher Rathäuser und es gelang ihm das schier Unglaubliche: Wilhelm Hemme stellte sein Leben in Schildern dar. Inzwischen 80 Lenze jung, war es nun soweit. Wilhelm übergab Klaus Beer "sein Leben in Schildern": Geburt, Schulzeit, Ausbildung, Beruf und Ruhestand.

vor der Kamera Das Interview mit dem TVO

23. April 2003: TV Oberfranken und Hofer Anzeiger sind vor Ort, um diese außergewöhnliche Geschichte zu dokumentieren.

Alle Schilder im Überblick

Klaus Beer hatte zu dem Event einen Hubwagen organisiert, der die Medienvertreter aus luftiger Höhe alle mitgebrachten Schilder erfassen ließ. Wie Wilhelm Hemme erzählt, sind das aber noch längst nicht alle. "Ein riesengroßes aus Polen habe ich nicht ins Auto gebracht, weitere ausländische Schilder sind noch unterwegs."

So hat Wilhelm Hemme noch einiges vor. Seine Lebensreise begann 1923 in seiner Geburtsstadt Seiferdorf in Schlesien. Die Wirren des Krieges verschlugen ihn dann quer durch Europa: von Breslau über Wien, Bayreuth, Eger, Berlin, die Krim, Nord- und Südfrankreich, Polen, den Balkan, Rumänien, Paris, Metz, Trier und Frankfurt nach Salzburg. Die Suche nach Arbeit und nach einer neuen Heimat trieb ihn nach Kriegsende immer weiter umher.

1957 trat er in den Dienst der Bundeswehr ein. Durch Versetzungen bedingt, folgte dann eine weitere Reise quer durch Deutschland bis schließlich Neuburg an der Donau, wo er bis heute lebt.

Die Stationen des Herrn Hemme

Unter der "Welt" mit dem Friedensspruch "Give peace a chance" breitet sich die Welt des Wilhelm Hemme aus. Klaus Beer: "Jedes Schild im Fernweh-Park hat seine eigene Geschichte, hängt mit Erlebnissen von Menschen zusammen. Das aber ein Mensch sein ganzes Leben in Schilder dokumentiert, das hat es bisher im Fernweh-Park noch nicht gegeben."

Herr Hemme inmitten seiner Lebensstationen

Die Spätnachmittagssonne eines wunderschönen Frühlingstages bescheint die Szenerie. Der Hofer Fernweh-Park aus der Vogelperspektive. Stolz präsentiert Wilhelm Hemme ein ganz besonderes Schild.

Herr Hemme und

Dieses für Wilhelm wie maßgeschneiderte Schild trägt den Namen "Hemme"; seinen Namen. Und diesen hat er nicht aus Gag auf ein Schild drucken lassen, sondern sich die Original-Ortstafel besorgt. Denn den Ort Hemme gibt es wirklich. Wilhelm Hemme ist überglücklich: "Jetzt ist ein Teil meines Lebens auch in Hof beheimatet."

Shake Hands mit Klaus Beer

Ein herzliches Shake Hands im "Schilderwald" mit Initiator Klaus Beer. Zu Füßen viele neuer Schilder, die einen ganz besonderen Platz finden sollen. Denn Wilhelm Hemmes "Lebensstationen" sollen nicht verstreut zwischen den Ortstafeln aus aller Welt und den Promischildern hängen, sondern konzentriert präsentiert werden. An der ersten von mehreren "Schilderinseln", die entlang des Saaleradweges zum Theresienstein führen, dorthin, wo später einmal das Endziel des Fernweh-Parks sein wird, wenn dieser an der Michaelisbrücke zu klein geworden ist. 50.000 Schilder sollen es einmal werden, mehr als in Watson Lake/Kanada. Die Stadt Hof hat für diesen Zweck eine Wiese am "Eisteich" zur Verfügung gestellt, wo heute schon die offiziellen Busparkplätze für die Fernweh-Park Besucher liegen.

Die jetzige Heimatstadt Neuburg grüßt mit dem Ortsschild

Zum Abschluß des Events bittet Klaus Beer Wilhelm Hemme, seine für ihn aussagekräftigsten Schilder noch einmal gesondert zu präsentieren: Neuburg a.d. Donau, seine jetzige Heimatstadt und natürlich sein "Namensschild".

Klaus Beer: "Die sogenannte 'Keimzelle' mit dem 'Signs of Fame', den Schildergrüßen der Stars, wird immer an der Michaelisbrücke bleiben. Dort finden auch alle offiziellen Events mit den Medien statt. Die Schilderinseln, an deren ersten Hemmes 'Lebensstationen' dargestellt werden, sollen sozusagen weiter zum Theresienstein führen, einem Kleinod in Hof, das dadurch wieder eine touristische Beachtung findet. Denn wegen diesem herrlichen Landschaftspark kommt leider (noch) niemand extra nach Hof. Wegen des Fernweh-Parks aber schon. Deshalb ist es die Chance für den 'Stein', durch unsere weltweite PR mitzuprofitieren. Genau wie die anreisenden Gäste. Müde vom Besuch des 'Schilderwalds' mit den vielen Eindrücken und dem nur zwei Gehminuten entfernten Teddy-Museum mit der weltweit größten Teddybär-Sammlung, einer weiteren Hofer Attraktion, kann man anschließend im Botanischen Garten und Kleintierzoo neue Energie in Hofs grüner Lunge schöpfen."

Da wollen wir hin....

Neu entfachte Begeisterung für einen Reisetraum, der bald in Erfüllung gehen soll, verspürten auch die Enkelin von Wilhelm Hemme, Inken (rechts) mit Freundin Veronika, die es sich nicht nehmen ließen, mit ihrem Opa in die "Fernweh-Stadt" Hof zu kommen. Kaum hatten sie das Hawaii-Schild erspäht, entflohen sie in Gedanken schon in den Aloha-State. So soll's sein - im Hofer Fernweh-Park.

Nach der Übergabe der ersten Schilder im Hofer Fernwehpark war Wilhelm Hemme nicht untätig, telefonierte, mailte und erhielt von den Städten "Larochette" (Frankreich), Fels am Wagram, Memmingen und Kaufbeuren weitere Ortsschilder zur Vervollständigung seiner "LEBENSSTATIONEN".

Die neuen Schilder Dezember 2003

Die neuen Schilder Dezember 2003

Die neuen Schilder Dezember 2003

Daie neuen Schilder Dezember 2003

Lebensstationen – Der Beginn!

Eines von vielen folgenden Schildern des Projekts "Lebensstationen": Der Ort "Jesenik" wird "Ast am Schilderbaum" von Neuburg.

Jesenik

Wilhelm Hemme (Mitte) überreichte am 27.10.04 persönlich, in Begleitung von Frau Pietsch und Benno Fischbacher, wenige Tage vor der Feier des 5. Geburtstags des Fernwehparks, das Partnerschaftsschild von Karlsbad, Jesenik, angereichert mit dem Stadtwappen, an Initiator Klaus Beer.

Bei dieser Übergabe wurde Hemme versichert daß es nun endlich soweit sei, sein Projekt "Lebensstationen" nach 5-jährigem Schildersammeln der Öffentlichkeit zu präsentieren. Wilhelm Hemme: "Natürlich auch in der Hoffnung, daß die einzelnen Schilderbäumchen bald zu einem Schilderbaum heranwachsen. D.h. daß sich nun die Bürger der dort angebrachten Schilder ebenfalls mit einem Schild ihrer Wahl persönlich darstellen: Einen Schildergruß von Urlaubsreisen mitbringen –und natürlich den Fernwehpark und ihr Heimatortschild besuch

Damit die Besucher auch wissen, dass die demnächst präsentierten Schilder eine ganz besondere Geschichte erzählen, wird eine Informationstafel mit der Überschrift:

LEBENSSTATIONEN - Ein Leben in Schildern - Schilder mit Lebensgeschichte

mit detaillierter Aufstellung der Aufenthaltsorte auf Wilhelm Hemmes bewegtes Leben hinweisen:

GEBURT - SCHULE - BERUF

Zeitraum Ort Tätigkeit
1923 - 1932 Seifersdorf/Schlesien Geburt und Schule
1932 - 1938 Riemberg Schule, Schmiede/Schlosserlehre
1939 - 1941 Konradswaldau Lehrabschluß, Gesellenprüfung
1941 - 1942 Breslau/Schlesien Flugzeuschlosser im Flugzeugwerk Junkers

DIE WEHRMACHTSZEIT

Zeitraum Ort Tätigkeit
1942 Fels/Wagram bei Wien Einberufung zum FlgAusbRegt 71
1942 Bayreuth/Flugplatz FlgTechSchule 6 Ausbldg z. Flgz-Mechaniker
1942 Eger/Sudetenland Indstr.Praktikum bei Heinkel FlgzTyp He111
1942 Schwerin/Görries, Flugplatz Ausbildung z. Flugzeugwart
1942 Berlin Schönwalde Aufstellung Q-Reserve z. Fronteins. Rußland
1942 - 1943 Kertsch/Bagerowo-Krim Einsatz Feld-Flugplatz, He 111 FlgzReparat
1943 Kambrai/Rosiers/Flugplatz Einsatz in Nordfrankreich, Zwischenstation
1943 Orange/Frankreich, Flugplatz Einsatzort bei TransportGrp.30 FlgTyp He 111
1943 Valence/Südfrankreich Einsatzort bei TransportGrp.30 FlgTyp He 111
1943 Kaufbeuren/Allgäu/Flugplatz Einsatzort u. 1. Auffrischung, Verlg. Ostfront
1944 " Einsatzort u. 2. Auffrischung, Verlg. Frankreich
1944 Krosno, Polen, Flugplatz Einsatzort, Verlegung auf den Balkan
1944 Bouzau, Rumänien, Flugplatz Einsatzort, Versorgung von Sewastopol
1944 Orly/Paris, Frankreich, Flugpl. Versorg. d. Kanal-Stützpunkte bis Kriegsende

DER RÜCKZUG BEGINNT

Zeitraum Ort Tätigkeit
1944 Metz/Elsas, Flugplatz Einsatzort, Versorg. Kanalstützpunkte
1944 Diedenhofen/Elsaß, Flugplatz Einsatzort, Versorg. Kanalstützpunkte
1944 Trier/Flugplatz Einsatzort, Versorg. Kanalstützpunkte
1944 Frankfurt, Rhein-Main-Flughafen Einsatzort, Versorg. Kanalstützpunkte
1944 - 1945 Zellhausen, Hessen Flugplatz Einsatzort, Versorg. Kanalstützpunkte
1945 Bad Schussenried, Flugplatz Einsatzort, Versorg. Kanalstützpunkte
1945 Brunnthal/München,Feldflugplatz Einsatzort, Versorg. Kanalstützpunkte
1945 Wals, Salzburg, Flugplatz Letzter Einsatz, Auflösung des TG 30

DER ZIVILE NEUBEGINN

ARBEIT IN LANDWIRTSCHAFT UND INDUSTRIE

Zeitraum Ort Tätigkeit
1945 Ludwigsburg/Hoheneck, Baden W. Arbeit im Weinbau, Entlassg. aus Wehrmacht
1945 Selb bei Hof/Bayern Kurzaufenthalt u. Arbeitssuche
1945 Bamberg Lageraufenthalt in der Harmonie
1945 - 1957 " Versch. Arbeitsstellen 2. Gesellenprüfung
1953 " Schlosser b. Fa. Kugelfischer, Meisterprüfung
1951 Nürnberg Schlosser b. Fa. Grundig in Langwasser
1953 " MaschBauSchule Indstr. Mst. u. Techniker
1957 " letzte Arbeit in Bamberg bei Fa. Wieland

DIE BUNDESWEHRZEIT

Zeitraum Ort Tätigkeit
1957 - 1958 Erding, Fliegerhorst Einberufung zum LTG 61 als Unteroffizier
1965 - 1967 " Nachschubschule d. Lw Nachschub Lehrgang
1957 - 1967 Hamburg/Ostdorf/Blankensee TrpSchuleLw, Lehrgänge u. Einweisungen
1958 - 1963 Faßberg/Lüneburger Heide TechSchuleLw3, Lehrgänge-Einweisungen
1958 - 1961 Neubiburg bei München FlgzMechaniker, Stabsunteroffizier-StFW
1970 " OffzSchuleLw, OstFw/Leutn/Oberleutnant
1959 Fürstenfeldbruck Fliegerhorst Feldwebel Lehrgang
1959 München/Bayern Bundeswehr Fachschule
1962 " Betriebsschutz Lehrgang
1962 Köln/Wahn, Fliegerhors Fachlehrgänge u. Einweisungen
1961 - 1962 Karlsruhe Baden-Würtemberg LwGrpKomSüd Betriebsschutztätigkeit
1962 Memmingen, Fliegerhorst JaboGesschw. 34, Nachschubsachbearbeiter
1962 Mannheim/Neuostheim, Flugplatz Ausbilder beim Unteroffizierslehrgang
1973 - 1977 Neuburg a.d. Donau, Flugpl. JG 74 Mölders Stab, S4-Sachbearbeiter
1973 " Beförderung zum Hauptmann
1977 " Versetzung in den Ruhestand

DER RUHESTAND

Die Versetzung in den Ruhestand bedeutete für Wilhelm Hemme keinesfalls Stillstand, eher Beginn neuer Aktivitäten der vielfältigsten Art. Ein "neues Leben", nach der Devise: Fit, Gesund und Aktiv. Sein gestecktes Ziel: mindestens 100 Jahre jung zu bleiben.

Hier der "Rest-Lebensgeschichte" des Wilhelm Hemme, diesmal ohne Schilder:

Die Beschäftigung mit den Bienen

Seit Ende des 2. Weltkrieges begann die aktive Beschäftigung mir den Bienen, wobei sein Hauptinteresse den Produkten der Bienen gilt, für die menschliche Gesundheit als Medizin und Nahrungsergänzung. 1987 - 1999 in Karlsruhe Gründung u. Vorsitzender der Deutschen-Apitherapie, der "Naturheilung mit den Bienenprodukten" u. der Apitherapie 2000.

Die Beschäftigung im Nebenamt

Mit Eintritt in den Ruhestand begann die freiberufliche Tätigkeit in Nebenämter. Ab 1977 hielt Wilhelm Hemme Vorträge über den Umweltschutz (Deutsche Umweltaktion DUA) in Schulen. Danach folgte die Marktforschung, die Befragungen der Konsumenten in den verschiedensten Bereichen von Gebrauchs- und Verbrauchsgütern des täglichen Lebens, Fernsehforschung und vieles mehr für die "Gesellschaft für Konsum u. Marktforschung",(GfK Nürnberg).

Das Geschäft mit der Gesundheit, beschränkte sich außer dem Verkauf der eigenen Bienenprodukte auch auf die Vermittlung von Nahrungsergänzung- und Vitamin-Präparaten, Hilfestellung bei Bildung von neuen Vertriebsgesellschaften und die Gesundheitsberatung der Kunden.

Die Beschäftigung im Ehrenamt

Ein weiteres Hobby und Nebenbeschäftigung ist Ehrenamt, das Wilhelm Hemme durch sein ganzes Leben begleitete, nach der Devise "dabei sein, mittun, Verantwortung übernehmen".

Vereinsgründer

Im Laufe seines Lebens gründete Hemme mehrere Vereine. 1970: Aufbau des Beamten Selbsthilfewerkes Bayreuth (BSW) in Erding und 1973 in Neuburg als Geschäftsstellenleiter, Mitglied noch bis heute.

Aufbau und Leitung der Geschäftsstelle des Bundesverbandes für den Selbstschutz in Neuburg.

1977: Der Verein "Ehemalige des Deutschen Bundeswehrverbandes", Ortsverein Neuburg an der Donau, 1987: Der "Deutsche Apitherapie-Bund", 2002: Gründung des Seniorenbeirats von Neuburg

2003: Gründung des Zentrum Aktiver Bürger von Neuburg. Die Gründung eines Gesundheitsvereines von Neuburg steht z.Zt. noch aus.

Vereinsmitglied aktiv, inaktiv in zahlreichen Vereinigungen, vor dem Krieg, im örtlichen Turnverein und im Jungvolk, nach dem Krieg, Gewerkschaftler IG-Metall, Deutscher Bundeswehrverband (DBwVerb), und sonstige Interessenverbände.

Fördermitglied, inaktiv bei Freude des Bieneninstitut Stuttgart Hohenheim und Freunde des Deutschen-Bienenmuseums.

Vorstandsmitglied, 2000: Kassenverwalter im Imkerverein Rennertshofen, Vorsitzender: Hüttengemeinschaft Fliegerhorst Erding, Ab 1974 Imkerverein Rennertshofen, 1975- 2003 Kreisausschuß des Bayerischen Beamtenbundes (BBB), 1982 - 2003 Bund der Ruhestandsbeamten, Rentner und Hinterbliebener, Deutscher Apitherapiebund.

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