Hofer Fernweh-Park Hofer Fernweh-Park

 

Entenhausen ist in Oberfranken

Als am 9. Juni 1934 in dem Disney-Film „The Wise Little Hen“, eine unscheinbare Ente im Matrosenanzug auf der Bühne, sprich Leinwand, erschien, konnte niemand ahnen, daß dies der Beginn einer beispiellosen Karriere sein sollte.

Gerhard Severin

Ein von vielen Fans der „Ente“ ist Gerhard Severin. Der Enthusiasmus des Ingolstädter Donaldisten schuf eine „Duckiana“-Sammlung von wohnungssprengenden Ausmaßen. Standen am Anfang die Comics im Mittelpunkt, so wuchs im Laufe der Jahre eine Rundumsammlung mit einer unglaublichen Fülle von Figuren und Darstellungen jeder Form und Technik, über Dreitausend an der Zahl.

Sie zeigen Donald als die Kultfigur, als Hauptdarsteller einer Merchandising-Maschinerie von Dagobert'schen Dimensionen. In erster Linie entführen die Bilder und Figuren seiner Sammlung in die Welt von „Entenhausen“ und seiner Bewohner.

Als sich abzeichnete, daß in Schwarzenbach an der Saale ein Museum zu Ehren von DONALD DUCK gebaut werden soll, zog Gerhard Severein mit seine Gattin sogar in den Ort vor den Toren von Hof, um daß Museum mit seinen gesammelten Kostbarkeiten zu bestücken und diesen ganz nahe zu sein.

Wie alles begann: „Meine Donald-Begeisterung“ oder: „Alle Macht der Ente“

Doch lassen wir Gerhard Severin selbst zu seiner Leidenschaft, alles über die berühmteste Ende der Welt zu sammeln, zu Wort kommen:
Schon als Kind war ich von Comics begeistert und stellte fest, daß es Qualitätsunterschiede gab. Die Disney-Comics waren einfach besser.

Als Jurist musste ich durch 2 Staatsexamen, wobei beim ersten acht, beim zweiten zwölf fünfstündige Klausuren an aufeinanderfolgenden Arbeitstagen zu schreiben waren. Die Pausen zwischen den Klausuren nutze ich, Lustige Taschenbücher zu lesen. Damit hatte ich als beginnender Volljurist schon eine erkleckliche Sammlung an donaldischer Literatur zusammen.

Ende der siebziger Jahre wurde ich schon einmal auf die D.O.N.A.L.D. aufmerksam, als deren Gründer Hans von Storch bei Guido Baumann im Fragespiel „Sag die Wahrheit“ auftrat. Schon da faszinierte mich das Thema „Duck“.

Entscheidend für meine Entwicklung zum Donaldisten war das Jahr 1994. Zunächst war ich das erste Mal in Euro-Disney und später fand ich in einem Comicladen in Hamburg auf der Fruchtallee die Zeitschrift „Der Donaldist“. Es war toll,darin zu lesen, wie die Donaldisten die Welt von Entenhausen wissenschaftlich erforschten. Leider musste ich auch feststellen, dass meine Kenntnisse über Entenhausen minimal waren, so dass ich mich entschloss, weiter meiner Sammlerleidenschaft von Comicprodukten zu frönen, nur konzentrierte ich mich nunmehr auf die Welt der Enten. So entstand mit der Zeit meine Sammlung, welche nunmehr aus über 3000 Figuren aus allen erdenklichen Materialien und Größen und über 4000 Zeitschriften und Büchern besteht.

Ich brachte alles gut in meiner 43 qm großen Wohnung in Ingolstadt unter und es war mir eine Freude, bei Besuchern die Begeisterung und Faszination in den Augen zu sehen, wenn sie diese geballte Entenmacht wahrnahmen. Auch wandelte sich dadurch die Entgeisterung meiner Umwelt über meine Leidenschaft in Begeisterung und Verständnis. Dadurch reifte auch der Wunsch in mir, meine Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ich nervte in Ingolstadt die Kulturschaffenden der Stadt, bis sie mir erlaubten 2004 zum 70. Geburtstag von Donald Duck eine Ausstellung zu gestalten. Diese war sehr erfolgreich .

Dr. Erika Fuchs: Die Frau, die „Entenhausen“ die Sprache gab

Wie nun kam das DONALD Museum nach Schwarzenbach an der Saale?
Dies ist einer Dame zu verdanken, welche die Micky Maus Hefte ins Deutsche übersetze: Frau Dr. Erika Fuchs. Und da diese von 1934 bis 1984 in Schwarzenbach a.d. Saale lebte und dort ab 1951 die Comic-Hefe übersetzte, flossen lustige Ortsnamen aus der Region gleich in die Textblasen der Hefte ein.

Dr. Gerhard Severin: Als dann 2006 der Kongreß der D.O.N.A.L.D. in Schwarzenbach an der Saale, der Heimat von Frau Dr. Erika Fuchs stattfand, reifte zusammen mit Bürgermeister Eberl die Idee, hier ein Museum zu Ehren von Frau Dr. Erika Fuchs zu errichten, wo auch meine Donalde ein Zuhause finden könnten.

In Schwarzenbach übersetzte Frau Dr. Fuchs von 1951 bis zu ihrem Umzug nach München 1984 zunächst alle Geschichten der „Micky Maus“, später konzentrierte sie sich auf die Berichte, welche von Carl Barks gezeichnet wurden. Sie gab den Enten ihre Sprache und verwendete hierbei auch viele Zitate aus der Literatur. Sie wurde selbst sprachschöpferisch tätig und schuf den „Erikativ“, um Geräusche durch Worte verständlich zu machen. Auch spielte die Handlung der Berichte dann häufig in ihrer oberfränkischen Heimat rund um Schwarzenbach von „Schnarchenreuth“ über „Oberkotzau“ bis „Grosschlattengrün“, von der „Schiefen Ebene“ am Rande des „Fichtelgebirges“ über die Höhen des „Ochsenkopfes“ und des „Waldsteines“ bis zum „Felsenlabyrinth“ und den „Luisenburgfestspielen“ in Wunsiedel. Hier wandelt man beständig auf den Spuren der Familie Duck. Hier existiert Entenhausen real.

Der Klub der M.i.l.l.i.a.r.d.ä.r.e.

Für das Museum wurde dann die „Dr. Erika Fuchs Stiftung Schwarzenbach“ gegründet und als Förderverein der „Klub der M.i.l.l.i.a.r.d.ä.r.e.(Menschen in lauterer, lebenerfahrener interaktiver angenehmer Runde, donaldische Ästhetik rigoros einfordernd), um die Kosten des Museum tragen zu können. Mitglieder sind jederzeit willkommen.

Klaus Beer anmerkend: Bei einer Monatssitzung des Fernwehpark Vereins, bei der auch Reinhard Gerstner anwesend war, seines Zeichens auch Mitglied in diesem Klub, erfuhr man, daß in diesem Verein nach einer Rede nicht geklatscht werde. Anstelle dessen ertönt aus aller Munde ein freudiges „Klatsch, klatsch...“ basierend auf dem „Erikativ“.

Gerhard Severin weiter: „2008 zog ich deshalb mit meiner lieben Frau nach Schwarzenbach und wir sind nun dabei, Schwarzenbach und die Region Oberfranken zu donaldisieren. An allen in den Berichten erwähnten Orten sollen Erinnerungstafeln angebracht werden. Der Beginn ist hier im Fernwehpark, um die Sehnsucht nach Entenhausen, welche wir im Herzen tragen, zu stillen.“

Gerhard Severin

Der Hofer Fernwehpark – eine Sammlung von Ortsnamen aus aller Welt. Neben der Globalen Bedeutung des multikulturellen und völkerverbindenden Friedensprojekt besteht der Grundgedanke darin, mit Ortsnamen Besucher aus aller Welt zu grüßen – und wenn diese dann sogar eine ganz besondere Rolle in einer Geschichte spielen, ist es geradezu ein Muß, diese komplex an einem Pfahl zu präsentieren.

Gerhard Severin

31. 03.2009. Ein denkwürdiger Tag, wie man in unserer Geschichte noch erfahren wird. So läßt es sich GERHARD SEVERIN, seines Zeichens Richter am Amtsgericht Hof, auch nicht nehmen, zu diesem besonderen Anlaß der Schilderübergabe im Gewand der berühmten Ente zu erscheinen.

Gerhard Severin

Neben einem extra für DONALD DUCK angefertigten Schild erhält auch Frau Dr. Erika Fuchs, in Gedenken, eine Ortstafel mit den Bezeichnungen „Entenhausen“ und „Schwarzenbach a.d.Saale“, wo sie 1951 bis 1984 ENTENHAUSEN die Sprache gab.

Von links Gerhard Severin, Fernwehpark Initiator Klaus Beer, Reinhard Gerstner, Vorstandsvorsitzender der Kreis- und Stadtsparkasse Hof und Fernwehpark Vereinsmitglied und der Bürgermeister von Schwarzenbach/Saale, Alexander Eberl.

Gerhard Severin

Nach einem offiziellen Pressefoto für den Hofer Anzeiger bittet Klaus Beer zum eigentlichen Shooting vor die medienerprobte Schilderkulisse, also dorthin, wo alle Stars und Sternchen für ihre Aufnahmen in die „Signs of Fame“ ihr Star-Schild signieren und ihre Hände ala´Hollywood in feuchten Ton drücken. Im Gehweg zu sehen sind auch die STAR-STERNE, die ähnlich des „Walk of Fame“ in HOLLYWOOD an Prominente verliehen werden, die sich in besonderer Weise für hilfsbedürftige Menschen auf der Welt einsetzen. Mickey Mouse hat ihn Hollywood bereits einen Stern bekommen, ob Donald Duck vielleicht auch irgendwann einmal hier im Fernwehpark einen Star-Stern erhalten wird? Doch Donald muß sich beeilen, muß er doch, wie die Bilder bei den Star-Stern Verleihungen zeigen, auf dem Roten Teppich neben seinem Stern in die Hocke gehen. Ob das in seinem Alter von jetzt 74 Jahren noch ohne Knieprobleme abgeht?

Gerhard Severin

Mit Freude präsentiert „Donald Duck“, Reinhard Gerster und BM Alexander Eberl die Ortstafeln mit den Namen, die in folgenden Heften eine Rolle spielten: OBERKOTZAU (erwähnt im Mickey Mouse Heft Nr. 7, 1954), SCHNARCHENREUTH und KLEINSCHLOPPEN erwähnt im Donald Duck Heft Nr. 73, Seite 35 und KIRCHENLAMITZ, erwähnt im Donald Duck Heft Nr. 73, Seite 37. Diese Hinweise sind auch in blauer Schrift, anlehnend an den Matrosenanzug von Donald, zu den jeweiligen Orten aufgedruckt. So können die Besucher gleich sehen, in welchem Heft der Ortsname vorkam.

Gerhard Severin

Nach wochenlangem Schmuddelwetter ist heute der erste schöne Frühlingstag. Ein herrlich blauer Himmel spannt sich über den Fernwehpark, idealer könnte das Wetter für das Fotoshooting nicht sein.

Gerhard Severin

Auch ein Fernsehteam des Bayerischen Rundfunks ist da und filmt die Schilder-Aktion.

Gerhard Severin

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„Donald Duck“ dürfte sich wie in den Disney-Studios in Hollywood vorkommen, denn beim Shooting bittet man „ihn“ um immer neue Posen.

Gerhard Severin

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Die Autofahrer und Passanten am Fernwehpark wundern sich schon lange nicht mehr, was da so alles vor der exotischen Schilderkulisse abgeht. Oft fallen über Hundert Besucher wie Heuschrecken in den Schilderwald ein. Mal kommt sogar ein ganzer Zirkus mit Kamelen, dann wieder trifft man auf bekannte Stars, die ihre Hände in feuchten Ton drücken, ein anderes Mal schreiten Promis über einen roten Teppich, flankiert von Bodyguards und umlagert von zig Fernseh-und Fotokameras. Heute nun ist es eben eine Ente, die am Fernwehpark mit ihren Schilder posiert...

Gerhard Severin

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Nun zeigt Donald, wer in ihm steckt. Gerhard Severin wird vom Fernsehteam des BR interviewt.

Gerhard Severin

Gerhard Severin

Es gäbe soviel zu erzählen über die Leidenschaft des Sammelns von Micky Maus und Donald Duck Heften und bislang über 3000 Figuren, doch wie im Fernsehen immer, werden letztendlich nur wenige Bilder über den Äther gehen. Ein Grund, das DONALD Museum in Schwarzenbach an der Saale zu besuchen, um die donaldischen Schätze live zu begutachten.

Gerhard Severin

Gerhard Severin

Dann steht „Donald Duck“ vor dem Themenpark der kuriosen Ortsnamen, in dessen Sammlung sicher auch die Orte „Schnarchenreuth“ und „Oberkotzau“ passen.

Gerhard Severin

Gerhard Severin alias Donald Duck freut sich, unter den lustigen Ortnamen auch ein kleines Schild mit dem Namen „Entenhausen“ zu finden.

Gerhard Severin

Wie könnte es anders sein, natürlich prangt auch am Auto des leidenschaftlichen Sammlers ein entsprechender Aufkleber. Man sieht sofort, daß der Fahrer dieses Fahrzeugs dem Klub der M.i.l.l.i.a.r.d.ä.r.e. angehört.

Gerhard Severin

Die Aktion ist zu Ende. „Donald Duck“ hat sich in Gerhard Severin zurückverwandelt. Doch auch das Nummernschild ist nicht zufällig. Es beinhaltet die Anfangsbuchstaben von „Erika Fuchs“ und die „Postleitzahl“ von „Entenhausen. Und überhaupt. Die Schilderübergabe fand am 31.03. statt. Wenn das kein historisches Datum ist...

Gerhard Severin

Da man auch „Fernwehpfähle“ spendieren und diese dann auch mit eigenen Schildergrüßen bestücken kann, hat Reinhard Gerstner diesen Pfahl gekauft, an dem ab sofort diese Plakette prangt.

Gerhard Severin

Und so sieht der „Donald Duck“-Pfahl mit seinen Schildergrüßen aus

Gerhard Severin

Last not least erscheint am anderen Tag dieser Bericht im Hofer Anzeiger. Womit bewiesen wäre, daß auch mit 74 Lenzen die Ente noch immer eine Berühmtheit ist und im Blickfeld der Medien steht.

Kleine Geschichte am Rande. Als Klaus Beer mit Fernwehpark Vereinsmitglied Werner Mocker am anderen Tag die neuen Schilder anbringt, kommt ein etwa fünfjähriger Knirps auf sie zu und fragt: „Ich möchte das Donald Duck Schild sehen. Wo ist es denn?“ Dies war bislang noch bei keinem Star-Schild der Fall. So ist Donald Duck eben der wahre „Super Star“.

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